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Schenk: “Tillichs Erkenntnisse kommen leider Jahre zu spät”

Angesichts der Äußerungen von Ministerpräsident Tillich im Rahmen der starken Proteste beim Wahlkampfauftritt von Angela Merkel in Torgau, erklärt Katharina Schenk, Vorsitzende der Jusos Sachsen:

“Kaum wird Angela Merkel von einem wütenden Mob niedergebrüllt, beeilt sich Ministerpräsident Tillich in den Medien zu verbreiten, was in den vergangenen Jahren hinsichtlich der politischen Meinungsbildung zum Beispiel an Schulen schief gelaufen ist. Plötzlich ist sie da wieder, die Einsicht, die sich auch nach den heftigen Ausschreitungen vor Asylsuchendenunterkünften oder Übergriffen auf Geflüchtete so gut in den Tagesthemen verkaufen ließ. Allein: Uns fehlt der Glaube, dass diese Einsicht nicht nur wieder ein nettes Pressestatement ist, um am Ende alles so zu lassen, wie es ist.

Ein Beispiel: Die Parteijugenden, die im Ring Politischer Jugend Sachsen e.V. orrganisiert sind, haben auch in diesem Jahr, Schulen moderierte Podien zur Bundestagswahl angeboten. Hier sollen Vertreterinnen und Vertreter aller Parteien jungen Erstwähler/innen Rede und Antwort stehen, neugierig machen auf Politik und vor allem motivieren zur Wahl zu gehen. Viele interessierte Schulen sagten jedoch nachträglich ab. Es zeigte sich erneut: Politik ist in sächsischen Schulen in der Regel nicht willkommen.
Wenn der Ministerpräsident etwas tun will, dann sollte er also gleich hier ansetzen. Wo, wenn nicht in der Schule sollten junge Menschen lernen, was echte Nachrichten, politische Möglichkeiten und gelebte Demokratie sind?

Es wird Zeit, dass in Sachsen mehr für politische Bildung getan wird. Geredet haben wir lang genug. Wer gleich aktiv werden will, wählt am 24.09. eine Partei, die sich für ein Wahlalter ab 16 Jahren einsetzt. Die CDU ist das nicht.”