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Corona darf die schulischen Leistungen nicht zerstören

Juso-Schüler*innen und -Azubis fordern mehr Planungssicherheit für Abschlüsse

In den letzten Wochen hat das neuartige Coronavirus COVID-19 die ganze Welt in Alarmzustand versetzt. In Deutschland wird versucht, geeignete Maßnahmen gegen das Virus zu finden. Im Bildungssektor hat dies verschiedene Auswirkungen. Der Bildungsföderalismus sorgt für eine große Spannweite an Maßnahmen. Während in einigen Bundesländern die Schulen bereits am Montag, dem 16.03., geschlossen wurden, trat die Schulschließung in anderen Bundesländern wie Sachsen und Brandenburg erst im Laufe der Woche in Kraft. Ähnlich verhält es sich mit den Schulabschlussprüfungen: Während in Bayern bereits die Termine für die Abschlussprüfungen verschoben wurden, hält das sächsische Kultusministerium noch an den ursprünglichen Terminen fest.

Einmal mehr zeigt der Bildungsföderalismus seine Schwächen. Das Resultat ist ein Flickenteppich aus unterschiedlichen Regelungen und allgemeiner Ratlosigkeit in der Bevölkerung. Dieses Problem muss nach der Corona-Epidemie gelöst werden! 

Aktuell sticht aber ein anderes bildungspolitisches Problem hier in Sachsen heraus: die Abschlussprüfungen. Die JSAG Sachsen fordert die Verschiebung aller Abschlussprüfungen. Denn die Nicht-Verschiebung der Prüfungen geht auf Kosten der Leistungen der Schüler*innen. In vielen Fächern fehlen Leistungskontrollen, Klausuren und Prüfungsvorbereitungen. Die fehlenden Noten verschlechtern das Zeugnis einer Vielzahl an Schüler*innen, denen  die Chance genommen wird, noch weitere gute Noten zu schreiben. Und im Gegensatz zu dem, was das sächsische Kultusministerium behauptet, fehlt es noch in mehreren Fächern an Unterrichtsstoff. Zudem kann die Prüfungsvorbereitung nicht durch “Selbstlernen” übernommen werden, denn darauf ist unser Bildungssystem nicht ausgelegt. Und die verschlafene Digitalisierung der letzten Jahre verbessert die Situation nicht, wie man beispielsweise an der sächsischen Lernplattform LernSax sieht, die spätestens seit der Schulschließung deutlich überlastet ist. 

Kultusminister Piwarz spricht davon, dass “niemand […] benachteiligt” wird. Wenn es jedoch zu keiner Verschiebung der Abschlussprüfungen kommt, werden alle Schüler*innen dieses Jahrgangs kollektiv benachteiligt!

Für Rückfragen steht Tony Marggraf (+49 176 64465193) gern zur Verfügung.